Rückblicke

 

Das Veranstaltungsarchiv dokumentiert vergangene Programmhöhepunkte.

18.04.2011

Autorenlesung

Dinge werden übermächtig, sobald sie verschwunden sind.

Peter Kurzeck am 18. April 2011.

„Sobald ich schreibe, habe ich das Gefühl, die Zeit bleibt stehen!“

Dieses Zitat bringt auf den Punkt, mit welcher Intensität Peter Kurzeck die gut 80 Zuhörer in der Kempowski Stiftung begeisterte. Der Autor las aus seinem neu erschienenen Buch „Vorabend“, dem fünften Teil seiner autobiografisch-poetischen Chronik „Das alte Jahrhundert“, die insgesamt auf zwölf Titel angelegt ist. Ein spektakuläres literarisches Vorhaben einerseits. Andererseits schon jetzt eine Erinnerungsreise par excellence, auf die der Autor das Publikum auch in Nartum mitnahm. In dem Gespräch nach der Lesung zeigte Peter Kurzeck zudem, wie anregend unterhaltsam es sein kann, wenn ein Autor über sein Schreiben und seine Sicht auf die Welt erzählt.
Ein kurzweiliger und gleichzeitig nachdenklich-erinnernder Abend im Haus Kreienhoop!

 

 

Über Peter Kurzeck

 

Der 1943 in Böhmen geborene Autor lebt heute im südfranzösischen Uzès und in Frankfurt am Main.

Sein Werk wurde mehrfach ausgezeichnet, so beispielsweise mit dem Alfred-Döblin-Preis, dem Hans-Erich-Nossack-Preis und dem Georg-Christoph-Lichtenberg-Preis.

Ich reise immer wieder in meine Heimat, um mich dort mit dem dreijährigen Kind, das ich einmal war, zu treffen.

Peter Kurzeck in der Kempowski Stiftung Haus Kreienhoop.

29.04.2011

Autorenlesung

„Winter im Sommer – Frühling im Herbst“

 

Eines vorweg: Die Lesung von Joachim Gauck war ein voller Erfolg! Wegen der bereits im Vorfeld überaus zahlreichen Vorbestellungen hatte die Kempowski Stiftung die Veranstaltung in den Saal des Nartumer Hofs verlegt – und das war auch gut so. Schließlich kamen 270 äußerst interessierte Gäste aus nah und fern, um dem Mann zu lauschen, der bei der vorgezogenen Bundespräsidentenwahl im Jahr 2010 als „Kandidat der Herzen“ antrat und seinem Mitbewerber Christian Wulff nur knapp unterlag.
Gauck las fast zwei Stunden aus seiner Autobiografie „Winter im Sommer – Frühling im Herbst“. Und erzählte dabei auch, was es mit dem lyrisch anmutenden Titel auf sich hat: Winter im Sommer – weil sein Vater im Sommer 1951 „abgeholt“ und wegen angeblicher Spionage nach Sibirien verschleppt wurde. Frühling im Herbst – weil im Herbst 1989 mit der Wende ein neues Leben für die Menschen in Ostdeutschland begann.
Ein interessanter, äußerst ehrlicher und wirklich bereichernder Abend, den der Rostocker Joachim Gauck gleich zu Beginn Walter Kempowski widmete.

 


Über Joachim Gauck

Der im Jahr 1950 in Rostock geborene Joachim Gauck wird nach einem Studium der Evangelischen Theologie Pfarrer in Mecklenburg. In den Wendemonaten 1989/1990 prägt er als Mitglied des Neuen Forums die öffentlichen Proteste der Bürgerbewegung entscheidend mit. Nach der Wiedervereinigung übernimmt Gauck einen der verantwortungsvollsten Posten der Republik. Als erster Beauftragter für die Stasi-Unterlagen sorgt er dafür, dass die jahrzehntelang in Aktennotizen festgehaltenen Spitzeldienste des Staatssicherheitsdienstes der DDR öffentlich zugänglich gemacht werden.
Der Redner und Publizist Joachim Gauck wurde im März 2012 zum elften Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland gewählt.

21.05.2011

Haus der offenen Tür

Die Kempowski Stiftung öffnete an diesem Tag interessierten Besuchern von 10.00 bis 17.00 Uhr ihre Türen. Hildegard Kempowski und Mitarbeiter gestalteten die Führungen durch das Haus.
Um 11.00 und um 14.00 Uhr fand jeweils eine musikalische Lesung für Kinder und Erwachsene statt.
Um 15.30 Uhr musizierten und lasen Kinder für Kinder.

05.09.2011

Autorenlesung

„Wenn wir Tiere wären"

 

Mit Wilhelm Genazino konnte die Kempowski Stiftung Haus Kreienhoop einmal mehr einen äußerst erfolgreichen und produktiven deutschsprachigen Schriftsteller in Nartum begrüßen. Die Lesung, die in Zusammenarbeit mit Radio Bremen und dem Literaturhaus Hamburg stattfand, wurde von der Nordwestradio-Moderatorin Silke Behl moderiert und war Auftakt der neuen Veranstaltungsreihe „Ein Buch. Ein Autor. Ein Erlebnis“.
Genazino las aus seinem Roman „Wenn wir Tiere wären“ und nahm das Publikum mit auf eine Reise in den Alltag eines 40-jährigen Architekten. Sinnfragen, Zweifel, Alltäglichkeiten, Sehnsüchte und ein kompliziertes Liebesleben – all das wird mit viel Freude am Detail und einer guten Portion Ironie beschrieben.
Das Publikum in Nartum war begeistert.
Die Lesung wurde aufgezeichnet und am 5. November 2011 (15.00 bis 16.00 Uhr) im Literaturforum des Nordwestradios noch einmal übertragen.

Unser Zwang, alles zu reflektieren, macht unser Leben doch nur kompliziert. Die immer wiederkehrenden Zweifel, ob man denn die richtige Frau geheiratet hat, ob es der richtige Beruf ist, den man gewählt hat und ob man nicht alles ganz anders hätte machen sollen, sind doch letztendlich die Quellen des menschlichen Unglücks.
Wilhelm Genazino und Nordwestradio-Moderatorin Silke Behl.

 

Über Wilhelm Genazino


Der Autor wurde 1943 in Mannheim geboren und lebt heute in Frankfurt am Main. Sein Werk wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Georg Büchner-Preis und dem Kleist-Preis. Zuletzt erschienen bei Hanser die Romane „Ein Regenschirm für diesen Tag“ (2001), „Eine Frau, eine Wohnung, ein Roman“ (2003), „Die Liebesblödigkeit“ (2005), „Mittelmäßiges Heimweh“ (2007) und „Das Glück in glücksfernen Zeiten“ (2009).

Das Literaturfest Niedersachsen war auch 2011 wieder in der Kempowski Stiftung Haus Kreienhoop zu Gast.

 

Tagebuch-Dialoge.

Es lasen Stephan Schwartz und Thomas Rosenlöcher.

Wie kaum ein anderer deutscher Autor hat Walter Kempowski die Welt um sich herum beobachtet, das Kleine wie das Große, die privaten Alltäglichkeiten und die epochalen Umbrüche – und all das mit ungeheurer Präzision zu Papier gebracht. Nicht nur in den Romanen, sondern auch in seinen berühmten Tagebüchern, in denen der Ablauf der Jahrzehnte zu einer so gewitzten wie klarsichtigen Begegnung mit den ganz großen Fragen wird.

Im früheren Wohnhaus Kempowskis las Schauspieler Stephan Schwartz aus diesen grandiosen Texten und bekam Gesellschaft von Lyriker und Tagebuch-Autor Thomas Rosenlöcher, der seine eigenen, so optimistischen wie humorvollen Betrachtungen mitbrachte: Zwei Perspektiven, Vergangenheit und Gegenwart, trafen so aufeinander und traten in einen gewitzt erfrischenden und zugleich tiefgründigen Dialog.

 

Die Lesung wurde veranstaltet von der VGH-Stiftung, der Kempowski Stiftung Haus Kreienhoop und der VGH Regionaldirektion Stade.

28.11.2011

Autorenlesung

„Im Paradies gibt’s keine roten Ampeln“

Ein wenig deutete der Titel des neuen Buches von Hellmuth Karasek schon an, dass die Zuhörerinnen und Zuhörer einen humorvollen Abend erwarten durften. Und so war es denn auch! Hellmuth Karasek, dem Publikum gut bekannt als langjähriger Literaturkritiker und Buchautor, unterhielt die zahlreich erschienenen Besucher gut gelaunt mit frei vorgetragenen Anekdoten und Witzen. Der Professor zeigte sich dabei von seiner äußerst charmanten Seite und brachte sein Publikum immer wieder herzhaft zum Lachen.

Die Lesung war eine Gemeinschaftsveranstaltung der Kempowski Stiftung Haus Kreienhoop und des Hotels Landhaus Wachtelhof aus Rotenburg/Wümme. Das Team des Hotels übernahm zudem das Catering für die rund 80 Gäste.

Man soll in Glossen zwar privat, aber nicht intim sein.
Hellmuth Karasek am 28. November 2011 mit Hildegard Kempowski.

 

Über Hellmuth Karasek

Der Journalist und Schriftsteller wurde 1934 in Brünn geboren und lebt heute in Hamburg. Er leitete mehr als 20 Jahre das Kulturressort des „Spiegel“, war Mitherausgeber des „Berliner Tagesspiegel“ und gehörte zum „Literarischen Quartett“. Zu seinen Veröffentlichungen zählen „Billy Wilder. Eine Nahaufnahme“ (1992), „Go West, eine Biographie der fünfziger Jahre“ (1996) oder „Karambolagen. Begegnungen mit Zeitgenossen“ (2002). Zuletzt erschienen seine Erinnerungen „Auf der Flucht“ (2004), „Süßer Vogel Jugend oder Der Abend wirft längere Schatten“ (2006) und die Glossensammlung „Vom Küssen der Kröten“ (2008).

Musikalischer Vortrag zur Munch-Ausstellung in der Bremer Kunsthalle

 

Detlef Stein (Vortrag) und Markus Goede (Klavier)


Sensibel und expressiv zugleich hat Edvard Munch menschliche Gefühle zur Darstellung gebracht. Sein Werk ist eng mit der eigenen Lebensgeschichte verknüpft. Es führt in das Oslo (damals Kristiania) des späten 19. Jahrhunderts. Dort war Munch Teil der künstlerischen Boheme, doch auch in europäischen Kunstmetropolen wie Paris und Berlin war der Künstler zu Hause.

Der Vortrag des Kunsthistorikers Detlef Stein wurde von Markus Goede am Klavier begleitet: Kompositionen von Zeitgenossen wie Edvard Grieg führten atmosphärisch in Leben, Werk und Umfeld des norwegischen Künstlers ein.

 

Vor dem musikalischen Vortrag fand ein Besuch der Munch-Ausstellung in der Bremer Kunsthalle am 24.02.2012 statt.

 

Eine gemeinsame Veranstaltung mit dem Gyhumer Kulturverein.

 

Weitere Informationen und Kartenreservierung >

14.03.2012

Autorenlesung

Ich schaue nicht weg!
F. C. Delius am 14. März 2012.

„Ich kann ohne Literatur nicht leben!“

Dass dieses Bekenntnis bei Friedrich Christian Delius auf jeden Fall kein Lippenbekenntnis ist, dürfte den knapp hundert Zuhörerinnen und Zuhörern nicht verborgen geblieben sein, die zur Lesung des aktuellen Büchner-Preisträgers in der Kempowski Stiftung Haus Kreienhoop erschienen waren.
Hier, in den ehemaligen Wohn- und Arbeitsräumen des Schriftstellers Walter Kempowski, fand einmal mehr eine gemeinsame Veranstaltung von Kempowski Stiftung, Nordwestradio und dem Literaturhaus Hamburg statt, getreu dem Motto: „Ein Buch, ein Autor, ein Erlebnis“!
F. C. Delius las aus seinem neu erschienenen Erinnerungsband „Als die Bücher noch geholfen haben“. Biografische Skizzen – so lautet der Untertitel des Buches. Entsprechend entführte der Autor sein Publikum auf eine persönliche Zeitreise: Wie man im Jahr 1973 in Berlin den Rotbuch Verlag gründete. Oder wie die letzten Sitzungen der Gruppe 47 verliefen – Schriftstellertreffen, die der kritischen Auseinandersetzung mit den Kollegen, aber auch der Förderung junger Autoren dienten. Auch berichtete Friedrich Christian Delius darüber, wie er seinerzeit das Werk der späteren Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller entdeckte oder wie es wegen einer von ihm gewünschten kritischen Auseinandersetzung mit dem Thema „RAF“ zum Bruch mit dem Rotbuch Verlag kam.
Ein wirklich themenreicher und interessanter Abend! Literarisch wertvoll und dabei äußerst unterhaltsam!

Die Lesung wurde aufgezeichnet und am 20. März (ab 15.05 Uhr) im Nordwestradio gesendet.

Nichts kann so falsch sein wie die Erinnerung!
Friedrich Christian Delius und Nordwestradio-Programmdirektor Jörg-Dieter Kogel.

 

Über Friedrich Christian Delius

1943 in Rom geboren und in Hessen aufgewachsen, studierte Friedrich Christian Delius Germanistik in Berlin. Nach der Promotion bei Walter Höllerer und einer Tätigkeit als Lektor für die Verlage Wagenbach und Rotbuch arbeitet er seit 1978 als freier Schriftsteller. Neben zahlreichen Preisen und Auszeichnungen erhielt er im Jahr 2012 den Georg-Büchner-Preis. Zu seinen bekanntesten Büchern gehören „Der Sonntag, an dem ich Weltmeister wurde“ (1994), „Mein Jahr als Mörder“ (2004) oder „Die Frau, für die ich den Computer erfand“ (2009). Das umfangreiche Werk von Friedrich Christian Delius wurde in mittlerweile 17 Sprachen übersetzt. Der Autor lebt heute in Rom und Berlin. Aktuell ist das Erinnerungsbuch „Als die Bücher noch geholfen haben“ (2012) erschienen.

15.06.2012

Autorenlesung


Mit einer „Traumbiografie“ gegen das Leben im Konjunktiv

Die eigene Biografie neu erfinden – aufschreiben, wie es auch gewesen sein könnte! Dass solch’ ein Experiment äußerst reizvoll sein kann, beweist Felicitas Hoppe in ihrem neuen Roman „Hoppe“. Da erfindet die Autorin für die Hauptfigur, die genauso heißt wie sie selbst, eine Kindheit in Kanada, eine Jugend in Australien und eine Flucht nach Amerika. Wie spannend, originell und sprachlich brillant das aufgeschrieben ist, davon konnten sich die Zuhörerinnen und Zuhörer bei der Lesung von Felicitas Hoppe in der Kempowski Stiftung Haus Kreienhoop überzeugen.
Das Publikum erlebte auf diese Weise live, was in der Juryentscheidung zur Vergabe des Georg-Büchner-Preises an Felicitas Hoppe in diesem Jahr so formuliert wurde: „In einer Zeit, in der das Reden in eigener Sache die Literatur immer mehr dominiert, umkreist Felicitas Hoppes sensible und bei allem Sinn für Komik melancholische Erzählkunst das Geheimnis der Identität.“

Die Gemeinschaftsveranstaltung von Nordwestradio, dem Literaturhaus Hamburg und der in Nartum ansässigen Stiftung wurde gefördert durch die VGH-Stiftung.

Mich hat die Thematik dieser „Traumbiografie“ auf jeden Fall interessiert.
Die Nordwestradio-Moderatorin Elke Schlinsog und Felicitas Hoppe.

Je älter die Menschen werden, desto häufiger leben sie im Konjunktiv!
Felicitas Hoppe am 15. Juni 2012.

 

Über Felicitas Hoppe


Felicitas Hoppe, 1960 in Hameln geboren, lebt und arbeitet nach einem Studium in Tübingen, Oregon, Rom und Berlin heute als freie Schriftstellerin in der deutschen Hauptstadt. Sie debütierte im Jahr 1996 mit dem Buch „Picknick der Friseure“. Seitdem sind regelmäßig weitere Werke erschienen, zuletzt der Roman „Hoppe“. Felicitas Hoppe erhielt zahlreiche Preise und Stipendien, unter anderem den Aspekte-Literaturpreis, den Bremer Literaturpreis und im Mai 2012 den Georg-Büchner Preis.

Das Literaturfest Niedersachsen war auch 2012 wieder in der Kempowski Stiftung Haus Kreienhoop zu Gast.

Mit: Hanns Zischler, Ulrich Schacht und Jan Ehlert (Moderation)


„Das Zuchthaus“, hat Walter Kempowski, der große Romancier, Faktensammler und Deutschland-Chronist, einmal gesagt, „war meine Universität.“ Zugleich aber auch ein traumatisierender und wegweisender Einschnitt in der Biographie des späteren Schriftstellers: Als er 19 Jahre alt war, wurde Kempowski wegen Spionageverdachts von einem russischen Militärgericht zu 25 Jahren Haft verurteilt. Acht Jahre davon saß er in Bautzen – acht Jahre, in denen auch der Entschluss reifte, schreiben zu wollen.
Hanns Zischler, Schauspieler-Altstar und selbst literarischer Essayist, las in Kempowskis ehemaligem Wohnhaus in Nartum aus den Texten, in denen die Erinnerung an die Haft zu verblüffenden Einsichten und Geschichten führt. Dazu steuerte Autor Ulrich Schacht seinen ganz eigenen Blick bei – schließlich wurde der Journalist und Erzähler im Frauengefängnis Hoheneck geboren, in dem seine Mutter inhaftiert war. 1973 wurde er in der DDR wegen „staatsfeindlicher Hetze“ zu sieben Jahren Freiheitsentzug verurteilt und später in die BRD entlassen. Seine Texte und Bücher handeln von der wechselhaften Geschichte Deutschlands, von der Erfahrung von Freiheit und ihrem Verlust.

Die Lesung wurde veranstaltet von der VGH-Stiftung, der Kempowski Stiftung Haus Kreienhoop und der VGH Regionaldirektion Stade.

15.10.2012

Autorenlesung

Wer bin ich und woher komme ich

Mit Sten Nadolny kam im Oktober 2012 ein Autor in die Kempowski Stiftung Haus Kreienhoop, dem wir die „Entdeckung der Langsamkeit“ verdanken und der sich mit seinem neuen Roman „Weitlings Sommerfrische“ den Fragen stellt, die nicht nur Philosophen immer wieder beschäftigt: Wer bin ich und woher komme ich? Auf der gut besuchten Lesung, die als Gemeinschaftsveranstaltung der Stiftung, des Literaturhauses Hamburg und von Nordwestradio stattfand, konnten sich die Zuhörerinnen und Zuhörer davon überzeugen, dass man sich diesen bedeutsamen Fragen auch heiter-nachdenklich nähern kann.

Dem Zeitpfeil entgegen, zurück in die Vergangenheit!

Sten Nadolny am 15.10.2012

 

Über Sten Nadolny

Der Autor, geboren 1942, lebt in Berlin und am Chiemsee. Seine literarische Karriere begann im Jahr 1981 mit dem Roman „Netzkarte“. Einem großen Publikum bekannt wurde Nadolny mit seinem Buch „Die Entdeckung der Langsamkeit“, das 1983 erschien und ein Welterfolg wurde. Es folgten preisgekrönte Romane wie „Selim oder die Gabe der Rede“ und „Ein Gott der Frechheit“. Im Jahr 2012 erschien „Weitlings Sommerfrische“.

05.11.2012

Autorenlesung

Ich habe nicht gewusst, dass ich mir selbst so interessant werden kann.
Inge Jens in Haus Kreienhoop

„Man muss nicht alles preisgeben!“

Einmal mehr konnte die Kempowski Stiftung Haus Kreienhoop in diesem Jahr einen besonderen Gast begrüßen. Mit Inge Jens kam schließlich die Herausgeberin der Tagebücher von Thomas Mann nach Nartum, die zusammen mit ihrem Mann, dem Rhetorikprofessor Walter Jens, auch zwei Bücher über Mitglieder der Mann-Familie veröffentlicht hat. Die rüstige Autorin las an dem Abend aus ihrer 2009 erschienenen Autobiografie „Unvollständige Erinnerungen“. Das Publikum war beeindruckt – auch weil sich die 85-Jährige im Anschluss an die Lesung außergewöhnlich offen zeigte und über ihr Leben bereitwillig Auskunft gab. So erfuhren die Zuhörerinnen und Zuhörer, dass das Elternhaus von Inge Jens in Wandsbek, nicht unweit dem von Helmut Schmidt, stand. Außerdem berichtete sie über einen Luftangriff auf Hamburg 1943 – ein Erlebnis, das furchtbar gewesen sei, sie aber trotzdem nicht „aus der Bahn geworfen“ habe. Nach dem Krieg studierte die Autorin in Tübingen und lernte dort ihren späteren Mann Walter kennen, der heute an Demenz erkrankt ist. Dies sei sicherlich die einschneidendste Lebenserfahrung für sie gewesen, so Inge Jens. Doch „wenn der Partner nicht mehr da ist, müssen Sie sich auf sich selber stützen!“

Die Lesung, eine Gemeinschaftsveranstaltung der Kempowski Stiftung, des Literaturhauses Hamburg und von Nordwestradio, wurde aufgezeichnet. Ausschnitte werden am 27. November 2012 um 15.05 Uhr (Nordwestradio) gesendet.

Nachdem ich mich einmal entschlossen hatte, das zu schreiben, war es nicht mehr schwer.
Inge Jens und Hildegard Kempowski

 

Über Inge Jens

 

Inge Jens wurde 1927 in Hamburg geboren. Nach einem Studium der Germanistik, Anglistik und Pädagogik promovierte sie 1953 und wurde vor allem als Herausgeberin der Tagebücher von Thomas Mann bekannt.
Seit 1951 ist Inge Jens mit dem Literaturhistoriker, Kritiker und Schriftsteller Walter Jens verheiratet. Das Ehepaar schrieb zusammen die Bestseller „Frau Thomas Mann“ (2003) und „Katias Mutter“ (2005). Inge und Walter Jens leben in Tübingen.

19.03.2013

Musikalische Lesung

„Eine sehr intime Örtlichkeit!“

Mit diesen Worten beschrieb der Schriftsteller Frido Mann seine Eindrücke von Haus Kreienhoop, wo er im März 2013 zu Gast war. Er las vor mehr als 80 Zuhörerinnen und Zuhörern aus eigenen Büchern, aber auch aus den Werken seines Großvaters Thomas Mann und seines Onkels Klaus Mann.
Für den musikalischen Rahmen sorgten Ortrun Grahe am Klavier und Vesselin Paraschkevov auf der Violine.
Die musikalische Lesung, die auf Initiative der Pianistin Grahe stattfand, war eine stimmungsvolle Annäherung von Literatur und Musik. Auch Frido Mann, der anfänglich etwas skeptisch gewesen war, wie er gestand, fand zur Pause lobende Worte: „Es ist etwas sehr Besonderes, hier eine Veranstaltung zu machen!“
Walter Kempowski hätte es sicherlich gefallen…

15.05.2013

Autorenlesung

„Autobiografisch abreagiert!“
Hanns-Josef Ortheil über sein neues Buch

„Ein ganz besonderes Mai-Wunder!“

Mit diesen Worten begrüßte Hildegard Kempowski den Autor Hanns-Josef Ortheil, der unter dem bekannten Slogan „Ein Buch, ein Autor, ein Erlebnis“ am 15. Mai 2013 zu Gast in der Kempowski Stiftung Haus Kreienhoop war. Die Veranstaltung, mit mehr als 120 Zuhörern so gut besucht wie keine bisher zuvor, wurde einmal mehr in Zusammenarbeit mit dem Nordwestradio organisiert und von der VGH-Stiftung gefördert.
Hanns-Josef Ortheil las aus seinem Buch „Das Kind, das nicht fragte“ und unterhielt die Besucherinnen und Besucher zudem mit vergnüglichen Erzählungen aus seinem Schriftstellerleben.
Die Basis allen schriftstellerischen Lebens sei das Notieren, gestand Ortheil und offenbarte dabei eine Gemeinsamkeit mit Walter Kempowski, der auch durch sein ausführliches Tagebuchschreiben berühmt geworden ist.
Angeregt durch das neue Buch von Hanns-Josef Ortheil, das auf Sizilien spielt, nahmen die Gäste an diesem Abend aber noch eine weitere Erkenntnis mit: „Sizilien ist die ideale Insel, um den Frühling zu genießen.“ Wer würde nicht gerne dem Rat des Autors folgen und sich ans Mittelmeer aufmachen – bis zur nächsten Lesung in der Kempowski Stiftung.

 

Über Hanns-Josef Ortheil

Seit vielen Jahren gehört Hanns-Josef Ortheil, 1951 in Köln geboren, zu den bedeutendsten deutschsprachigen Schriftstellern der Gegenwart. Seine Bücher, beispielsweise „Liebesnähe“ (2011), „Die Moselreise“ (2010) oder „Die Erfindung des Lebens“ (2009), wurden in mehr als 20 Sprachen übersetzt. Zuletzt erschien der Roman „Das Kind, das nicht fragte“ (2013).
Das umfangreiche Werk wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.
Seit 2003 ist Hanns-Josef Ortheil Professor für kreatives Schreiben und Kulturjournalismus, seit 2009 darüber hinaus auch Direktor des Instituts für Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft an der Stiftungsuniversität Hildesheim.

Erinnern Sie sich an Walter Kempowskis legendäre „Dichtertreffen“ in den 80er-Jahren in Nartum? Die Kempowski Stiftung möchte die damals überaus erfolgreiche Reihe wiederbeleben und bot deshalb ein Wochenende lang literarisch kulturelle Dialoge mit drei der wichtigsten Autoren der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur an! Auf dem Programm standen Diskussionen, Autorenlesungen, Gespräche und Begegnungen in Haus und Garten.

Das Wochenende stand unter dem Motto: „Zeit vergessen, Zeit erinnern“.
Mit der Preisträgerin des Deutschen Buchpreises Ursula Krechel („Landgericht“), dem Büchnerpreisträger Friedrich Christian Delius („Als die Bücher noch geholfen haben“) und dem Chronisten des „Alten Jahrhunderts“ Peter Kurzeck („Vorabend“).

Planung und Moderation: Wend Kässens (Ex-Leiter der Literaturredaktion des NDR)

25.10.2013

Autorenlesung

Ein Buch, ein Autor, ein Erlebnis

Jochen Schmidt las aus seinem Buch „Schneckenmühle“.

 

Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Nordwestradio und dem Literaturhaus Hamburg, gefördert durch die VGH-Stiftung

27.06.2014

Autorenlesung

20.00 Uhr

Ein Buch, ein Autor, ein Erlebnis

Heinrich Steinfest las aus seinem Buch „Der Allesforscher“.


Sixten Brauns vollkommen normales Managerleben implodiert, als in Taiwan ein Wal explodiert und Sixten von irgendeinem Teil des Wal-Innenlebens k.o. geschlagen wird. Kaum aus dem Krankenhaus entlassen, stürzt er mit dem nächstbesten Flugzeug ab – und überlebt abermals. Doch nicht ohne zwischendurch die große Liebe erlebt zu haben. Und so kommt er Jahre später – Sixten hat sich längst vom Manager zum Bademeister gewandelt – zu einem Kind, das auf gar keinen Fall sein eigenes sein kann, es dann aber plötzlich doch ist: ein frisch verwaister Junge namens Simon, der nicht spricht, außer in seiner eigenen, nur ihm selbst verständlichen Sprache. Ein Junge, der sich als ganz ungewöhnlich talentiert in ganz ungewöhnlichen Bereichen erweist: Er kann klettern wie eine Gämse und zeichnen wie Leonardo da Vinci. Auch liegt es an Simon, dass sich so manche Gerade in Sixtens Leben zum Kreis schließt … (Piper)

„Heinrich Steinfest ist ein Meister der skurrilen Sprachbilder und alltagsphilosophischen Exkurse.“ (Der Spiegel)

 

 

Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Nordwestradio

17.04.2015

Autorenlesung

20.00 Uhr

Ein Buch, ein Autor, ein Erlebnis

Ulrike Draesner las aus ihrem Buch „Sieben Sprünge vom Rand der Welt“.

 

Ausgefeilte Sprache, komplexe Themen, spannungsreicher Bezug zu zeitgenössischen Themen: Der Schriftstellerin Ulrike Draesner gelingt es immer wieder, Tabus und Sehnsüchte des 21. Jahrhunderts in überraschenden Wendungen darzustellen. Entwicklungen in den Naturwissenschaften werden ebenso aufgegriffen und weitergedacht wie kulturelle Verhaltensweisen. Es entstehen intensive Kammerspiele – eng über Gefühle oder Verwandtschaft miteinander verbundene Personen werden in intensiver Verstrickung und Interaktion gezeigt. Die anschauliche und präzise Sprache lässt klangvoll miterleben, wovor Menschen sich fürchten, was sie träumen, wie sie lieben. Komplex verwobene Geschichten voller historischer, literarischer und kultureller Anspielungen, intelligent und überraschend, berührend, humorvoll und ernst.

„Krieg, Flucht und Vertreibung: Ulrike Draesner ergründet in einem glänzenden Roman die Verfasstheit einer traumatisierten Generation.“
Katharina Teutsch, Frankfurter Allgemeine Zeitung

 

Informationen zum Buch >

 

Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Nordwestradio

19.04.2015

Musikalischer Empfang

17.00 Uhr

„Dieses Haus ist eine Umarmung!"
Hildegard Kempowski, 1991

Aus Anlass der abgeschlossenen Baumaßnahmen und Hildegard Kempowskis 80. Geburtstag lud die Kempowski Stiftung Haus Kreienhoop zu einem musikalischen Empfang.

Es musizierte das „Pasternack Swing Trio".

24.04.2015 –

25.04.2015

Wissenschaftliche Tagung

14.00 Uhr

Tagungsprogramm

(Leitung; Prof. Dr. Lutz Hagestedt)

Freitag, 24. April

 2015
14.00 Uhr
Begrüßung durch Hildegard Kempowski und Prof. Dr. Lutz Hagestedt



14.15 Uhr
Stephan Lesker (Rostock):

„Ich war drei Schritte hinter mir.“ Autobiografie und der Blick der ‚anderen‘. Kempowskis Haftbericht „Im Block“



15.00 Uhr
Kai Sina (Göttingen):

Die kontrastive und selbsthistorisierende Neubewertung der frühwerklichen „Block“-Thematik im spätwerklichen „Langmut“

15.45 Uhr
Stefan Tuczek (Rostock):

Die Unsichtbarkeit des Autors. Walter Kempowski, halb verborgen hinter „Im Block“ und hinter „Hundstage“

16.30 Uhr
Torsten Voß (Bielefeld):

Der autobiografische Familienroman als transformierte Narration der Zeitgeschichte


17.30 Uhr
Anna Brixa (Berlin):

„…hintergründiger und absolut doppelbödig“. Kempowski auf Kempowskis Spuren: Autorschaftskonzeptionen in „Letzte Grüße“



18.15 Uhr

Carolin Krüger (Rostock):

„Klare Sache und damit hopp“? Das Projekt „Kempowski-Lesebuch“

18.45 Uhr

Abendessen



19.30 Uhr

Vortrag oder Lesung




 


Samstag, 25. April

 2015
9.30 Uhr
Moritz Naumann (Rostock):

Kempowskis Rolle im Kontext der Vergangenheits- und Erinnerungspolitik


10.15 Uhr
Wiegand Körber (Rostock):

„Es gibt nichts schlimmeres als Recht zu behalten“. Walter Kempowski als Kommentator gesamtdeutscher Tagespolitik



11.00 Uhr
Kevin Kempke (Göttingen):

Kempowskis „Autorfigur“ zwischen Tagebuch und Roman


12.00 Uhr
Anne-Marie Humbert (Göttingen):

Autorinszenierung und mehrdeutige Lesarten bei Walter Kempowski und Peter Kurzeck

12.45 Uhr
Theresa Schmidtke (Münster):

Kempowski liest Kempowski. Zur Funktion von Anachronien als Autor-Multiplikatoren in den Tagebüchern



Abschlussdiskussion



Tagungsende: 14 Uhr

Weitere Informationen und Anmeldung >

22.09.2015

Lesung und Gespräch

19.30 Uhr

Ein Buch, ein Autor, ein Erlebnis

Klaus Modick: Konzert ohne Dichter

 

Die Chronique scandaleuse Worpswedes: Rilke und Vogeler, ihr Werk und die Frauen – und ein epochales Gemälde
In seinem neuen Roman erzählt Klaus Modick die Entstehungsgeschichte des berühmtesten Worpsweder Gemäldes, von einer schwierigen Künstlerfreundschaft – und von der Liebe. Heinrich Vogeler ist auf der Höhe seines Erfolgs. Im Juni 1905 wird ihm die Goldene Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen – für sein Gesamtwerk, besonders aber für das nach fünfjähriger Arbeit fertiggestellte Bild „Das Konzert oder Sommerabend auf dem Barkenhoff“. Während es in der Öffentlichkeit als Meisterwerk gefeiert wird, ist es für Vogeler das Resultat eines dreifachen Scheiterns: In seiner Ehe kriselt es, sein künstlerisches Selbstbewusstsein wankt, und eine fragile Freundschaft zerbricht. Rainer Maria Rilke, der literarische Stern am Himmel der Worpsweder Künstlerkolonie, und sein „Seelenverwandter“ Vogeler haben sich entfremdet – und das Bild bringt das zum Ausdruck: Rilkes Platz zwischen den Frauen, die er liebt, bleibt demonstrativ leer. Was die beiden zueinander führte und später trennte, welchen Anteil die Frauen daran hatten, die Kunst, das Geld und die Politik, davon erzählt Klaus Modick auf kunstvolle Weise: Auf der Reise zur Preisverleihung erinnert Vogeler sich an die Gründung der Künstlerkolonie, die Magie der ersten Begegnung mit Rilke in Florenz, die Euphorie des gemeinsamen Aufbruchs – und an Paula Modersohn-Becker und Clara Rilke-Westhoff, die Frauen, denen Rilke in einer skandalösen Dreiecksbeziehung verbunden war. Ein großartiger Künstlerroman, einfühlsam, kenntnisreich, atmosphärisch und klug. (KiWi)

 

Eine gemeinsame Veranstaltung mit Nordwestradio

25.10.2015

Lesung und Musik

19.30 Uhr

An die Musik. Ein autobiographischer Essay

Frido Mann, geboren 1940 in Monterey/Kalifornien, arbeitete nach dem Studium der Musik, der Katholischen Theologie und der Psychologie viele Jahre als klinischer Psychologe in Münster, Leipzig und Prag. Er lebt heute als freier Schriftsteller in München. Zuletzt sind von ihm erschienen: „Mein Nidden. Auf der Kurischen Nehrung“, „Das Versagen der Religion. Betrachtungen eines Gläubigen“ und „An die Musik. Ein autobiographischer Essay“ (erscheint im Oktober 2015).

Vesselin Paraschkevov gilt als einer der führenden Geiger. Bei Sofia in Bulgarien geboren, erhielt er seinen ersten Geigenunterricht im Alter von vier Jahren. Nach seiner Staatsprüfung, die er mit höchster Auszeichnung ablegte, studierte er in St. Petersburg bei Mischa Wayman. Es folgten Meisterkurse in Wien sowie bei Henryk Szeryng in Genf. Von 1969 bis 1973 war er Staatskünstler und Solist vom Sofiaconcert.
1973 wurde er zu den Wiener Philharmonikern als Konzertmeister berufen. Der mit zahlreichen bulgarischen und internationalen Preisen ausgezeichnete Violinist nimmt seit 1980 an der Essener Folkwang-Hochschule eine Professur wahr. Vesselin Paraschkevov spielt auf einer Violine von Josef Guarnieri aus dem Jahre 1710.

Jan Weiler: „Das Pubertier und andere Geschichten“

Haben Sie auch ein Kind in der Pubertät? Dann brauchen Sie dieses Buch! 22 hochamüsante Geschichten von Jan Weiler, dem Autor des Bestsellers „Maria, ihm schmeckt’s nicht“.

Jan Weiler, 1967 in Düsseldorf geboren, arbeitete als Texter in der Werbung und war lange Jahre Chefredakteur des SZ-Magazins. Mit seiner italienischen Frau und seinen zwei Kindern lebt er südlich von München.

Die Schauspieler Jens Weisser und Carsten Bülow präsentierten Stücke aus „Tadellöser & Wolff“ und „Ein Kapitel für sich“. So zitierte Jens Weisser in seiner Lesung beispielsweise aus der berühmten „Klavierstunde“.

Bei der Darstellung durch Carsten Bülow und Jens Weisser vibrierte buchstäblich die Luft, auch wenn sie Szenen aus dem Roman „Ein Kapitel für sich“ bestrittten.

Darstellende Kunst und Lesung vereinten sich an diesem Abend und ermöglichten einen besonderen Kunstgenuss.

Zu den Künstlern:
Jens Weisser spielte in der Verfilmung von „Ein Kapitel für sich“ (Regie: Eberhard Fechner) Robert Kempowski und in dem Stück „Tadellöser & Wolff“ am Altonaer Theater den Vater Kempowski.

Carsten Bülow ist Schauspieler aus Dortmund. Zu seinem Repertoire gehören Texte von Johann Wolfgang von Goethe, Edgar Allan Poe, Kurt Tucholsky, Franz Kafka, Theodor Storm, Alexander Puschkin oder Mark Twain. Bülow blickt auf über 25 Jahre Bühnenerfahrung zurück und setzt seine Stimme auch als Synchronsprecher ein.
25.05.2016

Autorenlesung

20.00 Uhr

Ein Buch, ein Autor, ein Erlebnis
Hanns-Josef Ortheil: „Der Stift und das Papier“

Nach dem Erscheinen seines zweiten Kindertagebuchs „Die Berlinreise“ wurde Hanns-Josef Ortheil häufig gefragt, wie er als Zwölfjähriger ein derart beeindruckendes Buch habe schreiben können. Dieser Frage ist er jetzt in dem Band „Der Stift und das Papier“ nachgegangen. Schritt für Schritt wird erzählt, wie er – begleitet und angeleitet von Vater und Mutter – sich das Schreiben beibrachte. Er beschreibt, wie er übte und wie diese Übungen langsam übergingen in kleine Schreibprojekte, die er sich selber ausdachte und verfolgte. Es ist die bewegende Geschichte eines Jungen, der lange Zeit nicht sprach und der einen eigenen Weg zum Sprechen und Schreiben suchen musste. Und es ist bei allen Widerständen, die sich in den Weg stellten, die Geschichte eines Wunderkindes, das früh ein Gefühl für das Erzählen besaß und das über eine Gabe verfügte, die alle anderen überstrahlte: beobachten zu können und das Beobachtete traumwandlerisch in die richtigen Worte zu fassen.

Hanns-Josef Ortheil wurde 1951 in Köln geboren. Er ist Schriftsteller, Pianist und Professor für Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus an der Universität Hildesheim. Seit vielen Jahren gehört er zu den bedeutendsten deutschen Gegenwartsautoren. Sein Werk wurde mit vielen Preisen ausgezeichnet, darunter dem Thomas-Mann-Preis, dem Nicolas-Born-Preis und zuletzt dem Stefan-Andres-Preis. Seine Romane wurden in über 20 Sprachen übersetzt.

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Eine gemeinsame Veranstaltung mit Nordwestradio
21.09.2016

Lesung

19.30 Uhr

Das Literaturfest Niedersachsen stand in diesem Jahr unter dem Motto: Leidenschaft!

Gerhard Henschel und Gerhard Kromschröder
Landvermessung. Durch die Lüneburger Heide. Von Arno Schmidt zu Walter Kempowski. Ein Wandertagebuch


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29.11.2016

Autorenlesung

20.00 Uhr

Jenny Erpenbeck: „Gehen, ging, gegangen“

Entdeckungsreise zu einer Welt, die zum Schweigen verurteilt, aber mitten unter uns ist

Wie erträgt man das Vergehen der Zeit, wenn man zur Untätigkeit gezwungen ist? Wie geht man um mit dem Verlust derer, die man geliebt hat? Wer trägt das Erbe weiter? Richard, emeritierter Professor, kommt durch die zufällige Begegnung mit den Asylsuchenden auf dem Oranienplatz auf die Idee, die Antworten auf seine Fragen dort zu suchen, wo sonst niemand sie sucht: bei jenen jungen Flüchtlingen aus Afrika, die in Berlin gestrandet und seit Jahren zum Warten verurteilt sind. Und plötzlich schaut diese Welt ihn an, den Bewohner des alten Europas, und weiß womöglich besser als er selbst, wer er eigentlich ist.

Jenny Erpenbeck erzählt auf ihre unnachahmliche Weise eine Geschichte vom Wegsehen und Hinsehen, von Tod und Krieg, vom ewigen Warten und von all dem, was unter der Oberfläche verborgen liegt.

„(…) dieser Roman ist realistisch: Nicht weil er Verhältnisse real darstellt, sondern weil er eine literarische Wirklichkeit aufbaut, die die Weltrealität reflektiert.“
NZZ am Sonntag, Stefana Sabin (30.08.2015)

Jenny Erpenbeck wurde 1967 in Berlin geboren. 1999 debütierte sie mit der Novelle „Geschichte vom alten Kind“, der weitere literarische Veröffentlichungen folgten, darunter Romane, Erzählungen und Theaterstücke. Ihr zuletzt erschienener Roman „Aller Tage Abend“ wurde von Lesern und Kritik gleichsam gefeiert und vielfach ausgezeichnet, so 2013 mit dem Joseph-Breitbach-Preis und 2015 mit dem Independent Foreign Fiction Prize.

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21.04.2017

Autorenlesung

20.00 Uhr

Ein Buch, ein Autor, ein Erlebnis

Feridun Zaimoglu:
„Evangelio. Ein Luther-Roman“

Die Versuchungen des Bibelübersetzers – Feridun Zaimoglu überrascht mit einem teutschen Roman
4. Mai 1521 bis 1. März 1522: Martin Luther hält sich auf der Wartburg auf. Gänzlich unfreiwillig, denn er ist auf Geheiß des Kurfürsten von Sachsen in Gewahrsam genommen worden. Dort sieht er sich größten Anfechtungen ausgesetzt, vollbringt aber auch sein größtes Werk: In nur zehn Wochen übersetzt er das Neue Testament ins Deutsche.
Feridun Zaimoglu begibt sich in die Zeit, auf die Burg und in die Kämpfe, die der Verdolmetscher auszufechten hat. Dazu bedient er sich eines Ich-Erzählers, der zwar eine erfundene Figur, aber äußerst faszinierend ist: Landsknecht Burkhard, ein ungeratener Kaufmannssohn, ist Martin Luther zum Schutze an die Seite gestellt. Seine Perspektive ist es, die den Blick auf das Leben, das Streben und die Qualen des Reformators eröffnet.

Feridun Zaimoglu, geboren 1964 im anatolischen Bolu, lebt seit seinem sechsten Lebensjahr in Deutschland. Er studierte Kunst und Humanmedizin in Kiel und schreibt für „Die Welt“, die „Frankfurter Rundschau“, „Die Zeit“ und die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“.

Eine gemeinsame Veranstaltung mit Nordwestradio