Walter Kempowski am 1. September 1990
Hamit – Tagebuch 1990, 2006
Jedesmal, wenn das Haus von Besuchern bevölkert wird, denke ich, es muß doch möglich sein, in diese Menschenseelen einzudringen, ihnen näherzukommen, Kontakt herzustellen?
Forum für Kunst, Literatur, Musik und Geschichte
Das Programmangebot der Kempowski Stiftung Haus Kreienhoop ist vielfältig. Es orientiert sich an Konzepten von Walter Kempowski und führt eine Tradition fort, die über viele Jahre gewachsen ist. Neben literaturwissenschaftlichen und politikgeschichtlichen Seminaren, die auch interdisziplinär ausgerichtet sind, finden regelmäßig Autorenlesungen, Literaturnachmittage und Musikabende statt.
Die Besucher können das Werk Walter Kempowskis kennenlernen, Schriftsteller live erleben, klassische Musik auf hohem Niveau genießen oder sich mit historischen, gesellschaftspolitischen und literaturwissenschaftlichen Fragen auseinandersetzen.
Die Veranstaltungen finden im verspiegelten Kreienhoop-Saal statt, der mit seinem freien Blick in die Landschaft eine unvergleichliche Atmosphäre garantiert.
Eine Kartenreservierung ist möglich.
Der Nachmittag beginnt im Haus Kreienhoop mit einem Vortrag über Leben und Werk Walter Kempowskis. Im Anschluss an die Lesung bleibt viel Zeit für eine Besichtigung des Hauses.
Weitere Informationen über den detaillierten Ablauf des Literaturnachmittags und Anmeldung >
Der Nachmittag beginnt im Haus Kreienhoop mit einem Vortrag über Leben und Werk Walter Kempowskis. Im Anschluss an die Lesung bleibt viel Zeit für eine Besichtigung des Hauses.
Weitere Informationen über den detaillierten Ablauf des Literaturnachmittags und Anmeldung >
Es gibt Dinge, über die in manchen Familien nie gesprochen wird. Verhalten, das sich durch Generationen zieht, ohne dass jemand es hinterfragt. Diese Familiengeheimnisse wirken im Verborgenen. Sie sind wie unsichtbare Fäden. Diese Verbindungen gibt es in jeder Mutter-Tocher-Verbindung. Dabei ist kaum eine Beziehung so ambivalent, wie die zwischen Müttern und Töchtern. Sie pendelt zwischen bedingungsloser Liebe und toxischer Rivalität. Sie gründet sich auf unerfüllten Erwartungen, alten Verletzungen und unausgesprochenen Konflikten.
In diesem Spannungsfeld stehen die Romane von Alena Schröder und Anne Rabe.
Alena Schröder: „Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel“:
Was, wenn dein Leben eine Leinwand wäre? Und die Schichten von Farbe Schmerz und Glück?
Güstrow, Mai 1945: Die 14-jährige Marlen liegt zusammengekauert in der Schublade einer Kommode in einem verlassenen Forsthaus. Als sie sich endlich befreit, entdeckt sie dort das unscheinbare Porträt einer jungen Frau. Wilma, die Marlen geholfen hat, sich rechtzeitig vor den russischen Soldaten zu verstecken, nimmt die junge Waise bei sich auf. Doch Wilma hat ein Geheimnis, das sie zu zerstören droht.
Auf zwei Zeitebenen wird die bewegende Geschichte zweier Frauen erzählt, deren Leben durch eine unscheinbar wirkende Leinwand für immer verbunden ist.
Berlin, 2023: Hannah Borowski ist 34 Jahre alt. Alles wäre gut, wenn nicht ihre beste Freundin Rubi plötzlich ausziehen würde. Und wenn nicht plötzlich Hannahs Vater wieder aufgetaucht wäre. Und was wurde aus der wertvollen Leinwand, die einst Hannahs Großmutter gehörte und die sich wie ein roter Faden durch ihr bisheriges Leben zieht?
Alena Schröder spürt in ihrem Roman der Frage nach, was wir unseren Eltern schulden und welches Erbe sie uns mitgeben.
Anne Rabe: „Die Möglichkeit von Glück“
Stine kommt Mitte der 1980er-Jahre in einer Kleinstadt an der ostdeutschen Ostsee zur Welt. Sie ist ein Kind der Wende. Um den Systemwechsel in der DDR zu begreifen, ist sie zu jung, doch die vielschichtigen ideologischen Prägungen ihrer Familie schreiben sich in die heranwachsende Generation ein. Während ihre Verwandten die untergegangene Welt hinter einem undurchdringlichen Schweigen verstecken, brechen bei Stine Fragen auf, die sich nicht länger verdrängen lassen. Anne Rabe geht den Verwundungen einer Generation nach, die zwischen Diktatur und Demokratie aufgewachsen ist, und fragt nach den Ursprüngen von Rassismus und Gewalt.
Gespräch mit den Autorinnen über die Beziehungen der Frauen in Familien und über das Entstehen ihrer Bücher.
Eintritt: 12,00 Euro
Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit Radio Bremen
Jochen Schmidt: „Hoplopoiia“
Während sich alles viel zu schnell verändert, kann Richard Sparka den Ereignissen nur erstaunt und resigniert hinterherblicken. Seine Beziehung mit Klara ist zu Ende, die Kinder werden groß, die Eltern alt. Auch das Leben in der Stadt, in der er geboren wurde und die seit jeher sein Zuhause ist, kommt ihm immer unmöglicher vor. Der Zeitungsstand im Spätkauf seines Vertrauens musste einem Chipsregal weichen – für Richard nicht weniger als eine Katastrophe. Und der hippe neue Eisladen um die Ecke wird sein Viertel verändern, bis die Mieten unbezahlbar sind, davon ist Richard überzeugt. Wie schaffen es andere nur, angesichts dieser drastischen Entwicklungen den Kopf über Wasser zu halten? Richard geht auf Spurensuche in seiner Kindheit in der DDR. Hat seine Lebensunfähigkeit mit dem Aufwachsen in einer Diktatur zu tun? Wäre sein Blick in die Zukunft optimistischer, wenn er damals die Chance ergriffen hätte, Mathematiker zu werden?
Richard Sparka ist der Stadtneurotiker des 21. Jahrhunderts! Mit „Hoplopoiia“ zeichnet Jochen Schmidt ein pointiertes Gesellschaftsporträt, das die Überforderung und Vereinzelung des Menschen in unserer rasanten Gegenwart zeigt und dabei immer wieder mit gnadenloser Komik auf seinen glücklosen Helden Sparka blickt.
Jochen Schmidt ist 1970 in Berlin geboren und lebt dort. 2023 erhielt er den Literaturpreis der Stahlstiftung Eisenhüttenstadt und 2026 den Joseph-Breitbach-Preis.
Eintritt: 10,00 Euro
Wissenschaftliche Tagung
Die diesjährige Fachtagung zum Werk Walter Kempowskis ist den Themen „Kindheit“, „Lehrer“, „Pädagogik“ gewidmet.
Das detaillierte Programm folgt!
Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Kempowski Archiv Rostock. Ein bürgerliches Haus e.V. sowie dem Institut für Germanistik der Universität Rostock
Der Nachmittag beginnt im Haus Kreienhoop mit einem Vortrag über Leben und Werk Walter Kempowskis. Im Anschluss an die Lesung bleibt viel Zeit für eine Besichtigung des Hauses.
Weitere Informationen über den detaillierten Ablauf des Literaturnachmittags und Anmeldung >

